Grundsätzliche Überlegungen zum Unterrichten von Schülern mit individuellem Förderbedarf

  • Schon bei der Planung muss der Schüler mit individuellem Förderbedarf berücksichtigt werden.
  • Ideal wären kleine Lerngruppen.
  • Schulbegleiter, Schulsozialarbeiter, eine zweite Fachkraft in der Lerngruppe, etc. wären hilfreich.
  • Die Lernumstände sollten so weit wie möglich für ihn passend sein:
    • räumliche Voraussetzungen
    • Didaktik und Methodik
    • Lernziele
    • Lerninhalte
    • Praktische Aufgaben
  • Vorinformationen sollten über den Schüler eingeholt werden durch Einblick in die Schülerakte, Gesprächen mit der Klassenlehrkraft, einer Fachkollegin, den Eltern, Ergotherapeuten, etc.
  • Eigene Beobachtungen dokumentieren, reflektieren und in zukünftige Lernsituationen einbeziehen.
  • Bei Problemen den MSD ansprechen, Konferenzen und Teamsitzungen nutzen.
  • Hilfsmittel, welche der Schüler benötigt z.B. Rollstuhl, Talker, Zeichensprache, beonderes Werkzeug etc. sollten von der Lehrkraft selbst ausprobiert werden.
  • Behindertengerechte Arbeitsplätze, höhenverstellbare Tisch und Stühle in den Fachräumen, Barrierefreiheit, gute Lichtverhältnisse, gute Akkustik in den Räumen, keine Lärmbelästigung etc. machen einen guten Unterrichtsraum aus.
  • Eine reizarme Umgebung fördert den Blick auf das Unterrichtsgeschehen.
  • Ruheecken einrichten, diese dürfen den Schüler allerdings nicht ausgrenzen.
  • Einfache und einheitliche Ordnungssysteme schaffen einen besseren Überblick und ein leichteres Zurechtfinden.
  • Gegenstände auswählen, die dem Wissensstand der Schüler entsprechen, ihr Handicap berücksichtigen und viel Freiraum zur Differenzierung zulassen.
  • Eine Vorauswahl von Lerninhalten treffen, wenige Alternativen anbieten, vorstrukturieren und an die Interessen der Schüler anpassen – zu viele Wahlmöglichkeiten überfordern nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrkraft.
  • Genügend Zeit einplanen.
  • Zeitmanagement einführen, Hilfmittel wie Handy, Sanduhr, Timetimer zur Einhaltung von Zeitvorgaben einsetzen.
  • Zusatzarbeiten für schnelle Schüler planen.
  • Unterrichtsablauf und Unterrichtsziele gemeinsam planen, Planung fixieren, Roter Faden.
  • Klare Aussagen treffen.
  • Schülerselbstkontrolle mit Checkliste erstellen.
  • Ganzheitliches Lernen ermöglichen – Lernen mit allen Sinnen (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch)
  • Strukturen schaffen, an denen sich der Schüler orientieren kann.
  • Aufbauend unterrichten und Verknüpfungen herstellen.
  • Fortschritte aufzeigen und loben.
  • Rituale und Regeln einführen, diese geben dem Schüler Sicherheit. Z.B. immer gleiche Arbeiten zu Beginn des Unterrichts, Arbeitsplatzgestaltung für bestimmte Tätigkeiten, Ähnliche Arbeitsabläufe, …
  • Medien zielgerichtet einsetzen, Bilder zur Veranschaulichung, mit Farbe verdeutlichen, Arbeitsblätter und Tafelanschriften nicht überladen, Schriftgröße und Schriftart anpassen.
  • Für Linkshänder eigene Bildanleitungen erstellen z.B. Bilder einscannen und spiegeln.
  • Verständliche, einfache Fachsprache verwenden, kurze Texte, Fachbegriffe, Text-Bild-Zuordnung, Sprechhilfen durch Schlagworte, …
  • Schüler in die Teamarbeit integrieren. Möglichkeit geben eine eigene Aufgabe während der Teamarbeit zu erledigen, z.B. zu Beginn leichtere Dienste wie Zeitmanager, Materialdienst, … – später Schreiber, … Steigerung einbauen!
  • Schüler nicht ausgrenzen.
  • Neue Medien im Unterricht einsetzen:
    • Dokumentenkamera statt Overheadprojektor bieten mehr Möglichkeiten zur Veranschaulichung. Z.B. kann das reale Objekt unter die Kamera werden, Vorarbeiten können unter der Kamera ausgeführt werden (diese sind dann groß für alle gut sichtbar), Versuche können gezeigt werden, …
    • Für Anleitungen mit Arbeitsschritten z.B. zum Falten können Erklärvideos erstellt werden. Diese können die Schüler dann z.B. auf dem Laptop, oder einem Tablet, dem Handy so oft wie nötig anschauen.
    • EBooks sind eine leicht zu erstellende und ebenfalls gute Möglichkeit um die Arbeitsschritte eines Gegenstandes bereit zu stellen.
    • Es gibt zahlreiche motivierende LerningApps z.B. zum Unterrichtsbeginn, zur Sicherung, zum Abfragen von Wissen, … Dies können Lückentexte, Kreuzworträtsel, QRCode-Generator, Memory, usw. sein. Diese Apps können auf WindowsPCs, Androidgeräten und IOSgeräten zum Einsatz kommen. Sie können gemeinsam mit der Lerngruppe über den Beamer bearbeitet werden oder von den Einzelnen auf mobilen Endgeräten.

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